Die Zukunft der Nutrigenetik – Im Gespräch mit Dr. Daniel Wallerstorfer

Dr. Daniel Wallerstorfer

Dr. Daniel Wallerstorfer ist der Forschungsvorstand unseres Genlabors Novogenia in Salzburg und nahm sich diese Woche Zeit, um sich mit uns auf ein Frühstück zu treffen und uns mehr über die Zukunft der Nutrigenetik zu erzählen.

Bereits mit 14 Jahren zog Daniel nach England und absolvierte dort sein Doktoratsstudium in Biotechnologie an der Universität Manchester. Mit der Mission mehr Menschen den Zugriff auf ihre persönlichen genetischen Informationen zu ermöglichen, gründete er 2009 das human-genetische Labor Novogenia, welches heute zu den modernsten in ganz Europa zählt. Mittlerweile ist der Novogenia Konzern der europäische Marktführer in Lifestyle-genetischer Diagnostik und gehört mit über 10 Jahren Erfahrung zum Pionier der medizinisch-präventiven genetischen Diagnostik. Schon während seiner Studienzeit war Daniel ganz besonders von den Möglichkeiten der Nutrigenetik fasziniert.

Doch was genau ist denn nun Nutrigenetik?

„Nutrigenetik ist die Lehre, wie Gene mit bestimmten Lebensmittelbestandteilen interagieren. Jeder Mensch ist aufgrund seiner Gene einzigartig und reagiert auch unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel. Dieser junge Forschungsbereich nennt sich Nutrigenetik und verspricht die Möglichkeit anhand der Gene ablesen zu können, welche Lebensmittel vertragen werden und welche nicht.“

„Nutrigenetik ist die Lehre, wie Gene mit bestimmten Lebensmittelbestandteilen interagieren.“

Das klingt ja fast wie Science Fiction. Wie weit verbreitet ist denn diese Technologie bereits?

„Hier muss ich leider etwas von der Magie vorab zerstören. Es klingt wie Science-Fiction und Technologien der Zukunft, aber die Nutrigenetik ist schon allgegenwärtig und Teil unseres alltäglichen Lebens. Schon in den 1960ern begann man in Deutschland jedes Baby gleich nach der Geburt nutrigenetisch zu analysieren…. Und zwar auf die Krankheit Phenylketonurie. Das ist eine angeborene genetische Krankheit, bei der durch einen Gendefekt ein bestimmter Lebensmittelbestandteil (die Aminosäure Phenylalanin) nicht abgebaut werden kann. Wird die Krankheit nicht richtig erkannt und die Ernährung nicht entsprechend angepasst, kommt es zu körperlicher und geistiger Behinderung. Deshalb testet man seit 50 Jahren jedes Baby auf diese Krankheit, um sofort eingreifen zu können.“

Weiters erklärte uns Daniel, dass auch Themen wie Laktoseintoleranz und Glutenintoleranz, die gerade heutzutage viel Aufmerksam durch die Medien erhalten haben, ihre Wurzeln in unseren Genen haben und eine Ernährung, die sich auf unsere persönlichen Gene anpasst also dabei helfen kann, Symptomen dieser genetischen Erkrankungen vorzubeugen. „Nutrigenetische Ernährung, also Ernährung nach der individuellen Genetik ist schon lange Teil unseres Lebens und keine Zukunftsmusik.“

Wohin führt die Zukunft?

„Zum einen ist heute schon viel mehr möglich als tatsächlich angewendet wird. Die umfangreichsten Nutrigenetik-Programme analysieren bereits über 50 Gene und geben sehr genaue Empfehlungen zur Ernährung. Zum einen denke ich, dass diese Anzahl an Genen, die beeinflussen wie wir auf bestimmte Lebensmittel reagieren, stetig ansteigen wird. Unsere Aussagen werden somit immer besser und genauer. Im Moment erlebt der Bereich der präventiven- und Nutrigenetik unheimliches Wachstum. Allein unser Labor (und es gibt über 1000 Labors weltweit) hat schon über 200.000 solcher Analysen durchgeführt… Tendenz steigend. Es ist natürlich nicht so, dass die Anwendung der Nutrigenetik schon jede Arztpraxis und jeden Ernährungsberater erreicht hat… Aber die Fortschrittlichen wenden sie bereits an.“

Irgendwelche Hoffnungen?

„Ich denke und hoffe, dass Versicherungen anfangen werden, die Kosten für eine Analyse und für Prävention zu übernehmen. Im Moment ist es noch eine Privatleistung, aber solche Technologien sollten jedem verfügbar gemacht werden, um seine Gesundheit bestmöglich zu bewahren. Ich denke, dass wir in 20 Jahren das gesamte Genom von jedem Baby auf Staatskosten gleich nach der Geburt analysieren werden. Unser Labor kann bereits 111 verschiedene Krankheiten gleich nach der Geburt feststellen, aber da steckt noch viel mehr Potenzial dahinter. Schon zum Zeitpunkt der Geburt wird klar sein, welche Lebensmittel für die Kinder geeignet sind. Das gibt den Eltern die Möglichkeit, die Kinder dahingehend zu erziehen, denn: „Mamas Küche schmeckt immer am besten!“

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